Wie geht’s in die Zukunft?

Berufsorientierungsprogramm passt! in Trier zieht Bilanz

Wie vielfältig und wirksam Strategien und Instrumente zur beruflichen Orientierung sein können, zeigten gestern in Trier die fünf Schulen des Modellprogramms passt! Für ihre innovativen Konzepte 2015 ausgewählt, hatten sie ein Jahr lang Zeit, ihre Ideen im Schulalltag zu erproben – von Berufsorientierungsräumen, Schülergenossenschaften, Schreibwerkstätten und Peer-to-Peer-Ansätzen bis zum verstärkten Einbinden der Eltern, der gezielten Orientierung am regionalen Fachkräftebedarf und der entsprechenden Kooperationen mit lokalen Partnern.   
 

„Das Land Rheinland-Pfalz hat die Maßnahmen zur Berufs- und Studienorientierung an allen weiterführenden Schulen verstärkt. Für ein gutes Netzwerk braucht es starke und verlässliche Partner, die Schulen dabei unterstützen, ihre Konzepte passgenau umzusetzen. Das Modellprogramm passt! hat einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, Berufs- und Studienorientierung in den Schulen erfolgreich weiter zu intensivieren“, sagte Herbert Petri, Leiter der Stabsstelle für Berufsorientierung und Fachkräftesicherung im Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz. „Die Erkenntnisse aus dem Modellprogramm zeigen auf eindrucksvolle Weise, dass die Stärkung des mittleren Bildungswegs gelingt, wenn die Akteure aus Schule und Wirtschaft eng zusammenarbeiten, Berufsorientierung frühzeitig verankert ist und die Jugendlichen aktiv beteiligt sind“, ergänzte Edmund Schermann, stellv. Vorsitzender der Nikolaus Koch Stiftung.   

 

Sich selber ausprobieren und erleben, wie der Alltag verschiedener Berufe aussieht, das überzeugt vor allem die Jugendlichen. An der Integrierten Gesamtschule Salmtal haben engagierte Lehrkräfte mit den Schülern unter anderem eine Schülergenossenschaft gegründet. „Wir arbeiten hier wie in einer echten Firma in verschiedenen Abteilungen, da ist Teamarbeit gefragt. Ich bin viel selbstbewusster geworden und habe außerdem gelernt, frei zu reden und zu präsentieren, weil ich nun oft vor vielen Leuten sprechen muss“, erzählt Emilia S., Vorstandvorsitzende und Leiterin der Abteilung Homewaredesign der Schülergenossenschaft. „Die Jugendlichen setzen sich mit den verschiedenen Bereichen – von Buchhaltung bis Marketing – auseinander und lernen dabei die dazu gehörigen Berufe kennen. Begleitend werden sie von externen Partnern beschult. So erhalten sie Einblicke in Berufe, die sie vielleicht später ergreifen möchten – aber eben auch in solche, die sie nicht machen möchten“, erläutert Anja Ruth, Lehrerin für Gesundheit u. Ernährung an der IGS Salmtal.   

 

Für die Umsetzung ihrer Konzepte hatten die fünf passt!-Modellschulen Fördermittel der Nikolaus Koch Stiftung erhalten sowie eine fachliche Begleitung durch die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS). „Die Erkenntnisse aus den passt!-Modellschulen sind auch für weitere Schulen in anderen Regionen spannend. Wir bündeln die Erfahrungen aus unseren Programmen und nutzen Fachwissen aus unseren Netzwerken, damit möglichst viele davon profitieren können“, sagteJulia Schneider, Leiterin der Regionalstelle Rheinland-Pfalz der DKJS.   

 

Aus Elternsicht sollte viel frühzeitiger und intensiver mit der beruflichen Orientierung begonnen werden, so Rainer Schladweiler, Regionalelternsprecher des LandesElternBeirats Rheinland-Pfalz. „Außerdem darf Berufsorientierung nicht nur abhängig sein vom Engagement einzelner Lehrkräfte. Schule braucht dafür Strategien, aber vor allem auch die Mittel, um Berufsorientierung wirksam umzusetzen.“ Diesen Bedarf schildern auch die Schulen: Vom manchmal schwierigen organisatorischen Einbinden von Berufsorientierung in den Schulalltag bis zu fehlender Technik oder Räumlichkeiten – einige passt!-Schulen haben mit den Programmmitteln Laptops angeschafft, die die Schülerinnen und Schüler nun zum Anlegen ihrer Profile und Bewerbungen sowie für Recherchen nutzen, und die Don Bosco Schule in Wiltingen hat mit BOB nun einen eigenen Berufsorientierungsraum.   
Die Konzepte und erfolgreichen Methoden der fünf passt!-Schulen finden sich hier im Überblick:
Fokusthema Berufsorientierung

 

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