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Sag‘s mir „einfach"! Angehende Bankkaufleute lernen den Umgang mit einfacher Sprache


Am vergangenen Samstag trafen sich Lehrkräfte und Auszubildende des Projekts „einfach.finanzen“ der BBS Wirtschaft Trier in den Räumen der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in Trier. Die Schülerinnen und Schüler machen eine duale Ausbildung bei verschiedenen Kreditinstituten und haben sich ein spannendes Projekt ausgedacht: Sie möchten ein Angebot für Schülerinnen und Schüler von Förderschulen entwickeln, um ihnen einen eigenständigen Umgang mit Finanzen näherzubringen. Dazu gehört es auch, schwierige Alltags- und Fachbegriffe in einfacher Sprache verständlich zu machen. 


Bei ihrem Treffen wollte die Gruppe daher erfahren, wie sie Bankensprache auf einfache Weise ausdrücken können. Andrea May, Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte in der Stadt Trier, führte durch den praxisorientierten Workshop. In Kleingruppen setzen sich die Teilnehmenden mit verschiedenen Begriffen des Finanzwesens wie z.B. „Bank", „Guthaben" oder „Kredit" auseinander und versuchten, sie in Gesprächssituationen umzuformulieren. „Es ist gar nicht so einfach“, bestätigte eine Schülerin, „denn viele Wörter benutzt man so selbstverständlich und man macht sich keine Gedanken darum, dass sie schwer zu verstehen sind.“ Den Teilnehmenden wurde klar, wie schwer es ist, sich in einfacher Sprache auszudrücken – schon allein deswegen, weil oft nicht klar ist, welche Begriffe überhaupt bekannt sind. „Was ist ein Guthaben?“, fragte eine Teilnehmerin im Rollenspiel. „Das ist das Geld, dass Ihnen zur Verfügung steht“, erwiderte ihr Gegenüber. „Was heißt ‚zur Verfügung stehen‘?“ Die „Kundin“ schaute sichtlich ratlos.


„Es war ein rundum gelungener Workshop“, lobte der Berufsschullehrer der BBS Wirtschaft, der die Gruppe begleitet. „Das Formulieren in einfacher Sprache hilft mir auch im Unterrichtsalltag weiter, vieles kann man wirklich noch verständlicher sagen.“ Die Bildungskoordinatorin und die Schule sehen gemeinsame Anknüpfungspunkte für eine weitere Zusammenarbeit. Andrea May freute sich über das Engagement der jungen Menschen: „Je nachdem, wie sich deren Projekt weiterentwickelt, können wir die Erfahrungen der Klasse auch für Menschen mit Migrationshintergrund und in vielen unserer Projekte nutzen.“


Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung begleitet das Projekt „einfach.finanzen" im Rahmen des Programms Zukunftsschmiede Berufsschule. Gemeinsam mit der Nikolaus Koch Stiftung unterstützt sie im Programm fünf ausgewählte Projekte in Teilzeitberufsschulklassen im Schuljahr 2018/2019. Die Klassen erhalten den Nikolaus Koch Preis 2018, ein Preisgeld in Höhe von 3000,- Euro für ihre Projektumsetzung, zwei Fortbildungs- und Vernetzungstage sowie fortlaufende Begleitung durch die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung und Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit.


Mehr Infos: www.passt-region-trier.de/zukunftsschmiede.html

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