„Lehrkräfte sind Persönlichkeitsentwickler“

Dritte pädagogische passt!-Werkstatt in der Grund- und Realschule plus Neuerburg

Vor den Osterferien trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der fünf Preisträgerschulen zur dritten pädagogischen Werkstatt, um neue Impulse für ihre Arbeit und zur Weiterentwicklung ihrer Berufsorientierungsprojekte zu erfahren.

 

Die pädagogische Werkstatt fand zum zweiten Mal in einer der ausgezeichneten passt!-Schulen statt: Die Grund- und Realschule plus in Neuerburg gewährte den Teilnehmenden zunächst einen Einblick in Berufsorientierungsraum, Werkstätten und Schulbücherei. Lehrerin Annette Turmann berichtete von den schulinternen Berufsorientierungsmaßnahmen: „Was hier besonders ist, ist der Markt der Berufe, der schon seit langen Jahren durchgeführt wird. Die Schüler trauen sich hier eher auf Ansprechpartner aus den Betrieben zuzugehen als z. B. bei Ausbildungsmessen.“

Im Anschluss an den gemeinsamen Rundgang  gab Nils Gau, Coach beim Unternehmen Talentbrücke in Köln, den Teilnehmenden in einem zweistündigen Fachvortrag Input zum Thema „Elterneinbindung“ und „Vernetzung im Lehrerkollegium im Rahmen der Berufsorientierung“.  Herr Gau betonte dabei vor allem die Wichtigkeit der Pädagogen im Berufsorientierungsprozess: „In der Zusammenarbeit mit Schülern ist man immer auch Persönlichkeitsentwickler!“

Am Nachmittag erhielten die Teilnehmenden Einblick in die Ausbildung im Unternehmen Thiex aus Geichlingen, das Jugendliche in den Bereichen Büromanagement, Einzelhandel und Tischlerhandwerk ausbildet. Claudia Faust, Auszubildende im ersten Lehrjahr, berichtet: „Schon während der Abizeit habe ich mich für Architektur interessiert, wollte aber vor dem Studium unbedingt die nötige Praxiserfahrung in einer Schreinerei sammeln.“
Ausbilder Rainer Hoor betont die Zusammenarbeit von Ausbildungsbetrieb und Schule: „Wir stehen in sehr engem Kontakt mit den Lehrern der Berufsschule.“ Einig ist er sich mit den anwesenden Pädagogen an diesem Nachmittag vor allem in einem Punkt: „Schülerinnen und Schüler als auch Eltern lassen sich oft alles ‚servieren‘. Leider fehlt da manchmal die Eigeninitiative.“ Diese zeigt sich, so Herr Hoor, meist im Interesse am jeweiligen Beruf, auch abseits von Schulalltag und Pflichtpraktika: „Insbesondere die Zeugnisse des ersten Halbjahres lassen oft zu wünschen übrig. Trotzdem ist es von Vorteil wenn man gerade dann vorzeitig Kontakt zu uns aufnimmt um z. B. ein freiwilliges Praktikum in den Ferien zu absolvieren. Das zeugt von eigenem Antrieb und Interesse!“

Bis zum Sommer entwickeln die teilnehmenden Schulen ihre Projekte weiter und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung unterstützt sie dabei, sich zu vernetzen,  fachliche Impulse zu erhalten und wichtige Schritte auf dem Weg zu Realisierung des Berufsorientierungsprojekts zu gehen.

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